Zertifikat

Hier können Sie sich das Zertifikat ansehen, dass Grünenthal von berufundfamilie verliehen wurde.

Beruf und Familie

Das audit berufundfamilie

Workshop Frau Hazel C. und Herrn Alexander M.,
Teilnehmer des Grünenthal
Auditierungsworkshops

Die gemeinnützige GmbH berufundfamilie wurde 1998 durch die Hertie-Stiftung gegründet. Seitdem bietet sie Arbeitgebern das audit berufundfamilie an. Mit Vertretern unterschiedlicher Unternehmensbereiche ermittelt berufundfamilie in einem Auditierungsworkshop den Status quo des Unternehmens in Bezug auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hierbei werden acht Handlungsfelder untersucht: Arbeitszeit, Arbeitsorganisation, Informations- und Kommunikationspolitik, Führungskompetenz, Personalentwicklung, Entgeltbestandteile sowie Service für Familien. Hieraus werden weiterführende Maßnahmen abgeleitet und vereinbart. Am Ende der Auditierung steht das Zertifikat, das dem Arbeitgeber einen hohen Einsatz bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bescheinigt. Die Umsetzung der vereinbarten Ziele und Maßnahmen wird nach drei Jahren in einer Re-Auditierung überprüft.

Wir sprachen mit Frau Hazel C. und Herrn Alexander M., Teilnehmer des Grünenthal Auditierungsworkshops.

Wie sieht Ihre familiäre Situation aus und was haben Sie im Alltag für Herausforderungen, wenn es um Beruf und Familie geht?

HC: Ich lebe mit meinem Partner und unserem achtjährigen Sohn zusammen in Neuss. Eine Herausforderung ist der lange Arbeitstag, denn durch die Fahrtzeiten von zwei Stunden täglich bin ich zehn Stunden unterwegs und nie vor 18:00 Uhr zu Hause. Da ist es sehr schwer, eine entsprechende Betreuung zu finden. Selbst jetzt, wo mein Sohn zu einer offenen Ganztagsschule geht, muss er weiterhin von seiner Tagesmutter abgeholt werden, weil die Schule schon um 16:00 Uhr vorbei ist. Wir haben zuhause ein großes Whiteboard mit Plan, wer unseren Sohn an welchen Tagen abholt oder zum Sport bringt. Trotzdem gibt es immer mal Situationen, in denen ich spontan eine Lösung brauche. Wir haben glücklicherweise eine Reihe von Freunden und auch die Schwiegermutter, die im Notfall einspringen können.

AM: Ich bin verheiratet und wir haben zwei Söhne, der eine wird bald drei Jahre und der andere ist sechzehn Monate alt. Meine Eltern wohnen bei uns und die Schwiegereltern direkt nebenan. Außerdem sind da noch zwei Großväter, die jetzt langsam pflegebedürftig werden und die ich unterstütze.

Sie haben ja beide im Rahmen des Auditierungsprozesses am Auditierungsworkshop teilgenommen. Was können Sie davon berichten?

AM: Die Teilnehmer und ihre Interessen waren sehr unterschiedlich. Es haben zum Beispiel Produktionsmitarbeiter teilgenommen, die sich eine Früh- und eine Spätschicht teilen, damit immer ein Elternteil bei den Kindern sein kann. Hier sind die finanziellen Möglichkeiten natürlich sehr begrenzt. Es waren aber auch Alleinerziehende und Doppelverdiener vertreten. Insgesamt haben ungefähr zwanzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilgenommen.

HC: Bei dem Workshop haben wir unter Anleitung der Auditierungsfirma zu bestimmten Themen diskutiert und Informationen ausgetauscht. Anschließend haben wir versucht, zu den unterschiedlichen Themen und Problemen Lösungsansätze zu entwickeln.

Welche Themengebiete wurden angesprochen?

HC: Schwerpunkt war sicherlich die Kinderbetreuung. Es ging aber auch um die Herausforderungen bei der Unterstützung der eigenen Eltern. Ein weiterer Fokus war die Möglichkeit der flexiblen Arbeitszeit. Besonders im Bereich Compound Development and Branding wurde diese Möglichkeit gerne angenommen und von vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch bereits heute gelebt.

AM: Weitere Themen waren Homeoffice, Betreuung während der Schulferien und Personalentwicklung.

HC: Bei Grünenthal hat sich gerade im letzten Jahr enorm viel getan. Die Möglichkeit zum Homeoffice nehmen jetzt einige Mitarbeiter von mir wahr. Gerade bei einer langen Fahrtzeit ist es sehr hilfreich, wenn man mal von zuhause aus arbeiten und auf einen Lieferanten oder Handwerker warten kann, ohne sich einen ganzen Tag freinehmen zu müssen. In den letzten Herbstferien haben auch erstmals die Kinderferienspiele stattgefunden, das war eine ganz tolle Sache. Meinem Sohn haben die vielen spannenden Aktionen eine Menge Spaß gemacht.

Und was wünschen Sie sich für die Zukunft?

HC: Gerade in den letzten Monaten ist einiges bei Grünenthal in Bewegung, jedoch kommt nicht jede Veränderung bei jedem Mitarbeiter an, wie z.B. die Möglichkeit der flexiblen Arbeitszeit. Dieser „Freiraum“ bietet nicht nur dem  Mitarbeiter selber mehr Flexibilität, sondern auch dem Unternehmen.

AM: Genau, wenn man zufrieden in der Familie ist, dann bringt man auch gute Leistungen in der Firma.

HC: Im Bereich der Teilzeitbeschäftigung sehe ich auch noch Verbesserungsmöglichkeiten. Der Wiedereinstieg in den Beruf nach der Elternzeit könnte zum Beispiel noch erleichtert werden.

AM: Ein anderes Ziel ist nach wie vor, eine Notfallbetreuung in Zusammenarbeit mit Externen zu organisieren. Und für neue Mitarbeiter und ihren Familien Ansprechpartner und Anlaufstellen zu vermitteln, damit der Start bei Grünenthal leichter wird.

letzte Änderung:  11.01.2012