Nozizeptiver Schmerz

Nozizeptiver Schmerz - ausgelöst durch eine Verletzung oder Gewebeschädigung

Nozizeptiver Schmerz wird ausgelöst, wenn spezielle Nervenenden – die als Nozizeptoren bezeichnet werden – stimuliert werden. Nozizeptiver Schmerz erfüllt in seiner akuten Verlaufsform für gewöhnlich eine wichtige biologische (bzw. evolutionäre) Funktion, indem er den Organismus vor einer drohenden Gefahr warnt und ihn über Gewebeschädigungen bzw. Verletzungen informiert.

Abhängig vom Entstehungsort lässt sich nozizeptiver Schmerz als somatischer (ausgehend von Haut, Knochen, Bindegewebe, Muskeln oder Gelenken) bzw. viszeraler (ausgelöst von inneren Organen) Schmerz klassifizieren.

Somatischer Schmerz wird in einen von Haut und Schleimhäuten (z. B. kleine Verletzungen, Verbrennungen ersten Grades) ausgehenden Oberflächenschmerz (kutaner Schmerz) und einen Tiefenschmerz unterteilt, der seinen Ursprung in Muskeln, Knochen, Gelenken, Bändern, Sehnen, Blutgefäßen und Faszien nimmt (z. B. bei Verstauchungen, Knochenbrüchen, myofaszialen Schmerzen). Der somatische Tiefenschmerz wird in der Regel als dumpf empfunden, während der Oberflächenschmerz anfangs als stechend wahrgenommen wird und erst zu einem späteren Zeitpunkt unter Umständen auch als dumpf in Erscheinung tritt.

Der viszerale Schmerz entsteht in den inneren Organen (den Viszera) unseres Körpers. Beispiele hierfür sind abdominelle und thorakale Schmerzen. Typischerweise handelt es sich um einen dumpfen, schlecht zu lokalisierenden Schmerz, der häufig mit vegetativen Reaktionen einhergeht. Viszerale Schmerzen können auch in zugehörige Hautareale ausstrahlen, die man Head-Zonen nennt („übertragener Schmerz“).